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SUMMARY:Chor- und Orchesterkonzert
DESCRIPTION:Konzertkritik \nFantastisches Konzerterlebnis in St. Sebastian\nEine enorme Zahl an Besuchern\, glänzend aufgelegte Solisten\, Instrumentalisten und ein sehr gut vorbereitet und sensibel agierender Chor der Stadtpfarrkirche unter der Gesamtleitung von Werner Stehbach bildeten einen hervorragenden Rahmen für eine kirchenmusikalische Feierstunde\, die die Zuhörer in ihren Bann zog. \nSchon im ersten Werk des Abends\, dem Marienlob von Sergej Rachmaninov zeigte sich der Chor der Stadtpfarrkirche von seiner besten Seite. Nachdem ostkirchliche Gesänge ausschließlich a cappella auszuführen sind\, meisterte der Chor die dynamischen und gestalterischen Herausforderungen ohne Intonationsprobleme und offenbarte die überwiegend mystische Stimmung in beeindruckender Weise. \nIn seiner Begrüßung freute sich Stadtpfarrer Bernd Philipp über den sehr guten Besuch und erinnerte nochmals an das Anliegen des Heiligen Jahres seitens des Papstes Franziskus. Zudem dankte er namentlich den Sponsoren für ihre Spenden\, ohne die ein derart großes Projekt nicht durchführbar wäre. Und schließlich dankte er den Aufführenden für ihre Mühen und die Bereitschaft\, ein so großes kirchenmusikalisches Erlebnis durchzuführen. \nDas Hauptwerk des Abends\, die „Missa Sancti Bernardi von Offida“\, genannt „Heiligmesse“ von Joseph Haydn stellte sehr hohe Anforderungen an die Gesangssolisten und natürlich auch den Chor\, der die unterschiedlichen Tempi\, die dynamischen Herausforderungen und die durchsichtige Gestaltung der Fugen im Gloria und Credo in höchst beeindruckender Weise mit stimmtechnischer Leichtigkeit umsetzte. \nHaydn hat in dieser Messe den Gesangssolisten nur relativ wenige Passagen zugestanden. Diese meisterten sie aber in höchster Präzision. Victoria Sommerer\, Sopran\, aus Lorenzreuth\, hatte bereits in ihrer Schulzeit am Otto-Hahn-Gymnasium als Solistin brilliert. Durch ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik in Würzburg hat sie sich zu einer hervorragenden Sopranistin entwickelt\, die in Höhe\, Ausdruck und Gestaltungskraft keine Wünsche offen lässt. Marie-Jorinde Szelwis aus Hamburg studiert ebenso an der HfM Würzburg. Ihr klarer und schlanker Mezzosopran/Alt fügte sich klanglich höchst angenehm in den Klang der Soli ein und zeigte sich im Mittelteil des Credo als kongeniale Partnerin. Florian Neubauer\, aus Weiden stammend und nun fest in Dresden engagiert\, überzeugte mit klarer Diktion und strahlendem Tenor\, der unaufdringlich und mit stimmlicher Leichtigkeit seine Passagen gestaltete. Frederik Lipkas sonorer und trotzdem weicher Bass bildete ein hervorragendes Fundament auch für die harmonische Klarheit des Soloquartetts. Er studiert ebenfalls an der HfM Würzburg. Insbesondere ist anzumerken\, dass das hervorragende Miteinander der Soli nicht selbstverständlich ist; allen Solisten war wichtig\, dass auch in ihrem Part der Chorklang im Vordergrund steht. \nJoseph Haydn verlangt in seiner „Heiligmesse“ im „Et incarnatus“ des Credo jeweils drei Frauen- und Männersolisten. Annette Seifert und Markus Hoffmann ergänzten hier die Soli mit bestem stimmlichen Einfühlungsvermögen und Klarheit im Vortrag und machten gerade diesen Teil zu einem besonderen Klangerlebnis\, in das der Chor sich sensibelst und gestalterisch hervorragend einfühlte. \n\n\n\n\nMartin Berneuther an der Orgel – souverän bei der Begleitfunktion der Messe und den übrigen Werken – brillierte bei der „Fantasie in d-Moll“ von Gustav Adolf Merkel mit glitzernden Läufen\, dramatischen Passagen\, aber auch weichen\, gefühlvollen Teilen und zeigte sich als Meister in der Kunst der vielfältigsten Klangvariationen der Waldershofer Orgel. \nIm letzten Werk des Abends\, Felix Mendelssohn Bartholdys Hymne „Hör mein Bitten“\, zeigte sich Viktoria Sommerers gesangliche Gestaltungsvielfalt sowohl in den weichen\, gefühlvollen als auch in den dramatischen Teilen in hervorragender Weise\, unterstützt vom bestens aufgelegten Chor\, der die unterschiedlichsten Stimmungen entsprechend unterstützte\, und einem Orchester\, das die von Mendelssohn geforderten Impulse glänzend umsetzte. Hervorzuheben sei besonders das Duo zwischen Sopran und Klarinette (Anna Haberkorn) im „Ich irre ohne Pfad in dunkler Nacht“\, das einen „Gänsehautmoment“ auslöste. \nNach dem Gebet zum Heiligen Jahr\, Vaterunser und Segen durch Stadtpfarrer Bernd Philipp stimmten Zuhörer und Aufführende in das gemeinsame Lied „Bleibe bei uns“ ein. \nLang anhaltender Beifall und Standing Ovations belohnten die Aufführenden für ein großartiges Musikerlebnis\, das noch lange in Waldershof nachhallen wird. \nMit John Rutters „For the Beauty oft the Earth“ fand ein wunderschönes Chor- und Orchesterkonzert seinen krönenden Abschluss. \nW.A. \n													\n			Details \nDie Musiker\nEin riesiges Kompliment muss dem Orchester (Instrumentalisten aus der Oberpfalz\, Franken und Karlsbad) unter Konzertmeisterin Stefanie Heinrich (Musikpädagogin am Stiftlandgymnasium Tirschenreuth) gemacht werden: Höchst sensibel mitgehend\, sich zurückhaltend in der Dynamik\, um dem Chor das Gewicht zu geben\, das bei Vokalwerken nötig ist\, auch in höchster Lage dynamisch weich agieren (Hörner)\, spannungsgeladen und doch bezaubernd im Ausdruck (Holzbläser) – und als Fundament ein warmer\, klarer und harmonisch durchsichtiger Streichersound\, der keine Wünsche offen ließ.
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LOCATION:Stadtpfarrkirche St. Sebastian\, Ludwig-Hoffmann-Straße 1\, Waldershof\, 95679
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